Selbst erfahrene Imker sind vor Bienengiftallergien nicht gefeit. Beim Anfänger zeigt sich eine solche Allergie nicht unbedingt gleich nach dem ersten Stich, häufig treten Reaktionen erst später auf. Dabei können solche Reaktionen ganz unterschiedlich verlaufen: Hautausschlag, Atemnot, Schwindel, Zittern, Übelkeit, Erbrechen oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock mit Bewusstlosigkeit und Atem- und Kreislaufstillstand. Dazu sind folgende Schweregrade zu unterscheiden:
- Grad 0: örtliche Reaktion, aber größer als eine Handfläche
- Grad 1: allgemeiner Juckreiz, Nesselsucht, Übelkeit mit Erbrechen
- Grad 2: zusätzlich Engegefühl im Brustkorb, geschwollene Lippen und Lider, Atemnot, Schwindel
- Grad 3: zusätzlich Benommenheit, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, verwaschene Sprache
- Grad 4: anaphylaktischer Schock mit zusätzlichem starkem Blutdruckabfall, Blauverfärbung der Lippen und Bewusstlosigkeit bis zum Atemstillstand
Unbestätigte Quellen zufolge reagieren etwa ein Viertel der deutschen erwachsenen Bevölkerung und etwa die Hälfte aller Kinder überempfindlich auf Bienen- oder Wespengift, etwa 20 Personen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen einer Insektenstichallergie.
Bei Bienen sind insbesondere die Stoffe Phopholipase A, Mellitin und Hyaluronidase für das Auslösen einer Allergie verantwortlich. Im Falle einer Allergie werden so genannte IgE-Antikörper im Übermaß gebildet. Bei einem Stich wird daraufhin auch Histamin im Übermaß ausgeschüttet, das für die typischen Symptome verantwortlich ist.
Für eine Diagnose kann der IgE-Wert im Blut bestimmt oder/und ein Intrakutan-Test (bei dem eine bestimmte Menge des Allergen unter die Haut injiziert wird) durchgeführt werden. Eine Stichprovokation ist keine Variante, da hier lebensbedrohliche Reaktionen auftreten können und das Ausbleiben einer Reaktionen späteere Reaktionen nicht ausschliessen.
Bei Verdacht auf eine Allergie sollte unbedingt ein Notfall-Set (Cortison, Adrenalin, Antihistaminikum) mitgeführt werden. Die Allergie kann sehr erfolgreich mit einer Hyposensibilisierung behandelt werden (die Erfolgsquote liegt bei ca. 90%). Dabei wird das Insektengift in steigenden Dosen in den Oberarm injiziert. Eine solche Behandlung erfordert einen einwöchigen Klinikaufenthalt und dauert insgesamt etwa 3-5 Jahre. Nach der einwöchigen Therapie sind zunächst in 1-2 Wochen, nach einigen Monaten monatliche Erhaltungsinjektionen notwendig. Unter Umständen kann eine Hyposensibilisierung so lange dauern, wie die Imkerei betrieben wird.
Mittwoch, 14. April 2010
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